Viele angehende Bauherren haben eine gute Vorstellung von ihrem Traumhaus. Aber passt diese Vorstellung auch zum Budget?
Und was, wenn das Geld nicht für alle Wünsche reicht?
In dieser Episode von Menschen und Räume im Gespräch erklärt Architekt Thorsten Kaufhold, wie man Wünsche und Budget beim Hausbau in Einklang bringt.
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Das Transkript lesen:
[Karin Kaufhold:]
Hallo und herzlich willkommen bei Menschen und Räume im Gespräch. Und mit mir im Gespräch ist auch heute wieder Thorsten Kaufhold, Architekt und Feng-Shui Berater.
Und heute geht es um eine ganz wichtige Frage, die sich viele Bauherren in der Anfangszeit ihres Bauprojekts stellen, nämlich:
Wie bringe ich meine Wunschvorstellungen von meinem Haus und mein Budget in Einklang? Thorsten?
Vorstellungen und Budget passen oft nicht zusammen
[Thorsten Kaufhold:]
Das ist gar nicht so einfach, da kann ich jetzt ein bisschen was erzählen an einem aktuellen Beispiel. Na, ich muss noch früher anfangen, ich habe vor 30 Jahren auf einer Messe einen, hat mich ein Österreicher angesprochen und der hat gesagt, ihr Architekten habt in Deutschland ein Riesenproblem. Ich hab gesagt, welches?
Ja, sagt er, in Österreich ist das ganz einfach, da geht ein Kunde zu einem Architekten und sagt, das ist mein Budget, entwirf mir ein Haus, redet aber nicht über Größe, sondern redet nur über Geld. Die andere Variante ist, der Kunde kommt zum Architekten und sagt, das sind meine Vorstellungen, plant mir ein Haus.
Schwierig wird es, wenn es so gemacht wird wie in Deutschland, dass die Kunden kommen und sagen, ich will 200 Quadratmeter haben und ich habe die Summe Geld, die eigentlich gar nicht dazu passt.
Das ist ein Riesenproblem und da bricht man sich oft die Finger dran, um das zu lösen.
Weil es doch die Frage ist, die ich jetzt auch mal bekommen habe, was kostet ein Haus? So geht kein Mensch zum Autohändler.
[Karin Kaufhold:]
Ja, was kostet ein Auto?
[Thorsten Kaufhold:]
Ich kriege ein Auto von-bis und das günstige Auto hat ganz wenig drin und kann ganz wenig, ist ganz klein und das teure Auto ist ganz groß, hat ganz viel drin, das kann ich so gar nicht vergleichen. Die heißen zwar beide Auto, aber sind doch sehr unterschiedlich.
[Karin Kaufhold:]
Ja, das hat man beim Haus natürlich auch, aber wie löst man das Problem denn jetzt? Man hat irgendein Budget und man hat aber auch bestimmte Wünsche, die man gerne verwirklicht hätte in seinem Haus.
Warum der intensive Austausch mit dem Architekten so wichtig ist
[Thorsten Kaufhold:]
Ja, für mich ist ja immer wichtig, dass sich das zwischen Bauherrn und Architekten gut anfühlt und da habe ich jetzt mit einem Bauherrn schon, wir haben vorher ein paar Gespräche geführt und haben festgestellt, wir verstehen uns gut, das passt gut zusammen und dann haben wir gesagt, wir machen das zusammen, wir ziehen das Projekt zusammen durch, ich wusste auch das Budget, ich wusste auch die Vorstellung, da habe ich schon mal ein bisschen geprüft, passt das überhaupt?
Und dann haben wir jetzt dieses sogenannte Erstgespräch geführt, wo ich halt alles aufnehme, was die Bauherren mir erzählen und das notiere ich mir dann und daraus entwickle ich dann einen Entwurf, also was ich von den Bauherren höre, was ich von den Bauherren fühle, das fließt dann alles damit ein. Und bei den Bauherren ist es so, da war die ganz klare Vorgabe von Anfang an schon, das ist mein Budget. Einschließlich Gartengestaltung, einschließlich Carport, einschließlich Abstellraum, also alles was dazu gehört.
Einschließlich Notarkosten, einschließlich Genehmigungskosten, also alles, die möchten alles mit drin haben.
Unsere Zusammenarbeit beginnt am Anfang der Veränderung.
Als erfahrener Architekt und international zertifizierter Feng Shui Berater helfe ich dir, individuelle und inspirierende Räume zu schaffen.
[Karin Kaufhold:]
Das komplette Projekt Haus.
[Thorsten Kaufhold:]
Das komplette Projekt, also sehr, sehr klar. Und da haben sie mir eine Summe für genannt und dann habe ich vorher festgestellt, ja das passt ungefähr zusammen, also Größe und Summe, das ist schon in Einklang zu bringen.
Und dann haben wir halt dieses Gespräch geführt und die haben gesagt, was sie gerne haben möchten, wie groß sie das haben möchten, da kam einmal so ein bisschen so eine Wasch-mich-aber-mach-mich-nicht-nass-Ansage, ich möchte gerne eine große offene Küche haben, die in Verbindung mit dem Wohnzimmer steht, aber vom Wohnzimmer aus möchte ich die Küche nicht sehen.
Bin ich mal gespannt, wie ich das löse, weil da kommen ja viele andere Faktoren auch noch mit dazu. Und dann wurde halt gesagt, ich möchte das, was erst nicht wichtig war, was dann in dem Gespräch aber einfach hochkam, ich habe mir dann nochmal die Räumlichkeiten von der Eigentumswohnung angeguckt, die die haben, erst hieß es, nee, das Schlafzimmer kann ganz klein sein, dann habe ich das Schlafzimmer nachher gesehen von den Bauherren, das ist wieder sehr subjektiv, was klein und was groß ist.
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Und das habe ich jetzt einfach alles aufgenommen und versuche das jetzt dahingehend zu optimieren, wobei die Bauherren auch dafür offen sind schon, von daher ist es für mich also echt ein Idealfall, dass sie sagen, nee, also wir möchten gerne 30 Quadratmeter Schlafzimmer haben, aber wenn es dann nachher nur 16 Quadratmeter werden, dann ist es halt so, an oberster Stelle steht halt das Budget.
Und meine Aufgabe ist es jetzt, sinnvoll alles in Einklang zu bringen, dass sie trotzdem zufrieden sind, dass sie glücklich sind mit ihrem Haus und ich weiß, das werden wir auch hinkriegen. Das weiß übrigens der Bauherr auch schon, das fand ich ganz spannend, der hat gesagt, nein, da werden wir glücklich werden und es wird unser Glück werden, das Haus, da werden wir glücklich drin leben, fand ich ganz spannend gestern in dem Gespräch.
[Karin Kaufhold:]
Das heißt, in dem Fall macht auf jeden Fall die Zusammenarbeit mit einem Architekten Sinn, der wirklich die Möglichkeit hat, die Räume so zu gestalten, dass es am Ende ins Budget reinpasst und der da vielleicht ein bisschen individueller auf die Wünsche eingehen kann, als jetzt zum Beispiel ein Fertighausanbieter.
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[Thorsten Kaufhold:]
Ja, weil die haben ja ihre fertigen Grundrisse, zum Großteil sind das fertige Grundrisse, es gibt sicherlich auch Anbieter, die sagen, man kann frei entwerfen, aber auch dann habe ich halt wieder einen Architekten eingebunden und ich versuche das jetzt, oder ich werde das optimieren, was da dann nachher auch rauskommt.
Was ist unverhandelbar und wo kann ich nachgeben?
[Karin Kaufhold:]
Okay, das heißt nochmal ganz auf den Punkt, die Lösung? Wie bringe ich meine Wünsche und mein Budget in Einklang?
[Thorsten Kaufhold:]
Indem ich vor allen Dingen offener darüber rede, was ich haben möchte, was ich brauche, wo ich auch bereit bin, mal nachzugeben, weil wenn das starr wäre, wenn die jetzt sagen, wir sind auf gar keinen Fall bereit nachzugeben, wir möchten diese Quadratmeter haben zu diesem Budget, dann würde ich sagen, dann bin ich raus. Das funktioniert nicht, nach meiner Meinung, das wird nicht funktionieren.
[Karin Kaufhold:]
Ja, das ist ein wichtiger Punkt, dass man sagt, diese Wünsche sind unverhandelbar und da könnten wir uns vorstellen, auch was zu verändern.
[Thorsten Kaufhold:]
Das haben wir halt in dem Gespräch geklärt, das hat wieder 2-3 Stunden gedauert, da haben wir genau geklärt, dass ich weiß, wo sind sie bereit, Kompromisse einzugehen. Das habe ich auch ein bisschen abgetestet in dem Gespräch, wenn ich dann gesagt habe, ne, die Größe stelle ich mir so vor, wo dann gesagt worden ist, weiß ich nicht und dann haben wir uns halt die Räumlichkeiten bei denen jetzt zu Hause angeguckt und dann konnten sie sehr klar sagen, das ist zu klein, das möchte ich größer haben, von daher weiß ich, jetzt ist es in mir drin, wo ich da Verhandlungsbereitschaft habe, wo ich ein bisschen gucken kann, dass es dann passt.
[Karin Kaufhold:]
Dann sind jetzt alle ganz gespannt auf deinen Entwurf.
[Thorsten Kaufhold:]
Genau. Ich auch.
[Karin Kaufhold:]
Okay, super.
[Thorsten Kaufhold:]
Und ich freue mich drauf.
[Karin Kaufhold:]
Ja, ich glaube auch, du wirst das gut machen, also wenn das jemand hinkriegt, dann du. Du kannst da so gut hinfühlen und du hast so tolle Ideen, bin ich sehr gespannt drauf.
[Thorsten Kaufhold:]
Danke.
[Karin Kaufhold:]
Ja, wir danken auch euch heute fürs Zuschauen und wünschen euch einen guten Rutsch, falls ihr heute zuguckt, ansonsten seht ihr das Video schon im neuen Jahr und bis bald, alles Gute.
Tschüss.
[Thorsten Kaufhold:]
Ciao.
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